{"id":30,"date":"2022-03-09T14:45:07","date_gmt":"2022-03-09T14:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/feuerwehr-landin.de\/?page_id=30"},"modified":"2022-03-09T14:45:07","modified_gmt":"2022-03-09T14:45:07","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/feuerwehr-landin.de\/?page_id=30","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1821<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>In diesem Jahr wurde in Niederlandin ein Spritzenhaus errichtet. Dieses stand am Teich neben der Schmiede, im heutigem \u201eHeinersdorfer Weg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1822<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Eine vierr\u00e4drige Feuerspritze f\u00fcr das Dorf Niederlandin wurde angeschafft. Zur Brandstelle musste die Spritze innerhalb des Dorfes mit Muskelkraft gezogen werden, brannte es au\u00dferhalb so wurden 4 Pferde vorgespannt. Welche Regelung zur Bedienung der Spritze damals getroffen war, ist uns heute leider nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1832<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Der Oberpr\u00e4sident der Provinz Brandenburg erl\u00e4sst am 30. Oktober die \u201eFeuerl\u00f6schordnung f\u00fcr das platte Land im Potsdamschen Regierungsbezirk\u201c. In den 29 Paragraphen dieser Ordnung, wird beispielsweise geregelt dass jeder Kreis in Feuerl\u00f6schdistricte aufgeteilt wird, und f\u00fcr jedes dieser Districte ein Commissarius gew\u00e4hlt wird, dem die Leitung und Revision des L\u00f6schwesens obliegt. In jeder Ortschaft soll eine Spritze, ein Wasserwagen, mehrere Leitern vorhanden sein. Auch soll ein Spritzenmeister bestellt werden, vorzugsweise sollte hierzu ein Schmied gew\u00e4hlt werden. F\u00fcr die Unterhaltung und Anschaffung der Feuerl\u00f6schinstrumente und der Spritzenh\u00e4user mussten Vorwerk(Gut), Gemeinde und Kirche(sofern diese Verm\u00f6gen hatte) je ein Drittel der Kosten \u00fcbernehmen. Jeder Ort sollte sp\u00e4testens drei Monate nach Ver\u00f6ffentlichung dieses Dokuments seine eigene Dorffeuerl\u00f6schordnung erlassen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1833<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 1. August wurde in Hohenlandin die \u201eLocal \u2013 Feuerl\u00f6schordnung f\u00fcr Hohen-Landin\u201c erlassen. So sollte nun geregelt sein, wie sich die B\u00fcrger im Falle eines ausbrechenden Feuers, verhalten m\u00fcssen. Im \u00a7 24 der selbigen ist z.B. bestimmt dass die \u00f6ffentlichen Wasserwagen zu keinem anderen Gebrauche benutzt werden d\u00fcrfen und stets zur geeigneten Jahreszeit mit Wasser aufgef\u00fcllt an Ort und Stelle stehen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1835<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Nicht ganz so schnell wie eigentlich gefordert erlie\u00df die Obrigkeit von Niederlandin am 12. Mai die \u201eFeuerl\u00f6schordnung f\u00fcr Niederlandin.\u201c Hierin war nun deutlich geregelt wie sich die Ortsbewohner bei Br\u00e4nden verhalten mussten. Aus jedem bewohnten Hause musste ein Mann f\u00fcr den Dienst an der Spritze bestimmt werden. Insgesamt waren 12 Mann zur Bedienung der Spritze erforderlich. Das Vorwerk stellte die 4 Pferde zum Fortschaffen der Spritze, die Gemeinde die Pferde f\u00fcr die beiden Wasserwagen. Alarmiert wurden die L\u00f6schmannschaften durch das Sturml\u00e4uten der Kirchglocken, oder nachts durch den Hornruf des Nachtw\u00e4chters. Auch musste jeder Haushalt einen L\u00f6scheimer und eine Feuerleiter vorhalten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1847<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Der Minister des Innern erlie\u00df am 11. Oktober die \u201eFeuer- und L\u00f6schordnung f\u00fcr das platte der Provinz Brandenburg\u201c. Diese ist gegen\u00fcber der vorigen verbessert worden und auch umfangreicher und umfasst insgesamt 79 Paragraphen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1859<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 14. August kam es in Niederlandin zu einem gewaltigen Gro\u00dffeuer bei dem die H\u00e4user hinter der Kirche abbrannten. 15 Familien verloren bei dem Brand ihr ganzes Hab und Gut, drei Menschen kamen ums Leben. Es grenzte fast schon an einem Wunder das nicht ganz Niederlandin ein Opfer der Flammen wurde und auch die Kirche nicht abbrannte. Viele H\u00e4user hatten damals noch mit Schilfrohr gedeckte D\u00e4cher. Es waren zahlreiche Spritzen der Umgebung zur Hilfe gekommen. Nach dem Brand wurde das \u201elange Haus\u201c erbaut, welches heut noch steht.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1864<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Hauptmann a. D. von Schmeling-Diringshofen zu Niederlandin ist zum Feuerl\u00f6schcommissarius f\u00fcr den 4. Bezirk des Kreises Angerm\u00fcnde gew\u00e4hlt worden. Ihm wurde nun die \u00dcberwachung des L\u00f6schwesens und Revision der L\u00f6schger\u00e4te anvertraut. Er war auch der Leiter der L\u00f6schmannschaften bei Br\u00e4nden. Neben den beiden Landin geh\u00f6rten noch andere Ortschaften zum 4. Bezirk wie z.B. Stendell und Heinersdorf.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1865<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>In einem Schreiben des Landrats von Buch an die Polizei Obrigkeit von Hohen-Landin vom 10. Januar wird darauf hingewiesen, dass die Bestimmungen der Local Feuerl\u00f6schordnung Hohenlandin durch die Provinzialfeuerl\u00f6schordnung vom 11. Oktober 1847 erg\u00e4nzt wurden. Die Feuerleitern in Hohenlandin waren noch nicht mit Rollen und St\u00fctzen versehen obwohl \u00a7 39 dies forderte. Auch gab es Uneinigkeit mit der Unterhaltung der Feuerl\u00f6schger\u00e4tschaften, da die Local- Feuerl\u00f6schordnung diesbez\u00fcglich keine Regelung enthielt. Im \u00a7 46 der Provinzial Feuerl\u00f6schordnung war dies jedoch eindeutig geregelt. Vorwerk, Gemeinde und Kirche hatten je ein Drittel der Kosten zu tragen. Die k\u00f6nigliche Regierung ordnete an dass die Spritzenproben und Revision der L\u00f6schger\u00e4te zweimal j\u00e4hrlich und zwar im Fr\u00fchjahr und im Herbst zu erfolgen hatten. M\u00e4ngel mussten sofort beseitigt werden. Bislang wurden die Spritzenproben nur alle zwei Jahre durchgef\u00fchrt. Am 7. Juni wurde in Angerm\u00fcnde die erste freiwillige Feuerwehr des Kreises und der ganzen Uckermark gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1885<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 29. Mai gegen 11:30 Uhr brannte der Kuhstall des M\u00fcllers Riebe in Niederlandin. Es verbrannten 6 K\u00fche, Wagen und verschiedene Ackerger\u00e4te. Der g\u00fcnstige S\u00fcdwind bewahrte die Bewohner vor gr\u00f6\u00dferem Ungl\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1888<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 12. Juni brannte der mit Heu und Stroh gef\u00fcllte Stall des B\u00fcdners Gudenschwager zu Niederlandin(Ausbau) ab. Das benachbarte Wohnhaus konnte gerettet werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1896<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am Abend des 8. Dezember brach in Niederlandin ein Feuer aus welches die Scheune und den Stall des Gastwirt Dahms, sowie die Scheune des B\u00fcdners Gudenschwager ein\u00e4scherte.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1901<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>In der Nacht vom 4. zum 5. Mai entstand auf dem Gutshof Niederlandin ein Gro\u00dffeuer, welches drei Familienh\u00e4user des Gutes sowie die Scheunen und St\u00e4lle der Bauergutsbesitzer K\u00fc\u00df und Wilke in Schutt und Asche legte. Einige Schweine, Ziegen und H\u00fchner waren mitverbrannt. Neben zahlreichen Spritzen der Umgegend waren auch die freiwilligen Feuerwehren aus Angerm\u00fcnde, Schwedt und Vierraden zur Hilfe geeilt. Das Feuer war vermutlich Werk eines Brandstifters.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1904<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag des 17. Januar gegen 3 Uhr brannte der gro\u00dfe Ochsenstall des Gutes Hohenlandin nieder. Durch den starken Funkenflug entstanden noch weitere kleine Br\u00e4nde auf dem Schulhof und an der Sch\u00e4ferei, die jedoch in der Entstehungsphase gel\u00f6scht werden konnten. Die umliegenden Geb\u00e4ude, die alle massiv erbaut waren, konnten gerettet werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1908<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 13. November trat die \u201ePolizeiverordnung betreffend das Feuerl\u00f6schwesen im Kreise Angerm\u00fcnde\u201c in Kraft. Dieses Dokument forderte dass in jedem Orte des Kreises mindestens eine Pflichtfeuerwehr bestehen m\u00fcsse. Alle m\u00e4nnlichen Einwohner vom 18. bis zum 60. Lebensjahr waren damit feuerl\u00f6schpflichtig. Diese Verordnung hatte zur Folge dass auch in beiden Landin Pflichtfeuerwehren gebildet wurden. Alarmiert wurden die Pflichtfeuerwehren durch Sturml\u00e4uten der Kirchglocken oder durch Signalhorn. Die Leitung der Pflichtfeuerwehr lag in den H\u00e4nden des Gemeinde- oder Gutsvorstehers.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1910<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Auszug aus der Schulchronik von Hohenlandin: \u201e Sonntag, den 27. November 1910, bemerkte man abends am Himmel einen hellen, roten Schein. Wenige Augenblicke sp\u00e4ter h\u00f6rte man durch die Stille des Feiertags das elektrisierend wirkende Horn des W\u00e4chters t\u00f6nen. Im Nu belebte sich unser Dorf. Dunkle Gestalten eilten zum Spritzenhaus, zogen die Dorfspritze heraus. Vor standen auch schon Pferde, anspannen und losfahren war das Werk von heute, galt doch den Br\u00fcdern im Nachbardorf Niederlandin. L\u00e4rmend und johlend rannte die Dorfjugend hinterher, hastig aber schweigend eilten die M\u00e4nner herbei. Den schaurigen Feuerherd bildete die Scheune des Bauern Heuer. Nachdem die Feuerwehren beider D\u00f6rfer vereint vorgingen, gelang es ihnen das Feuer auf die Scheune zu beschr\u00e4nken. Die \u00fcbliche Masse der nichts tuenden Gaffer hatte sich auch dieses Mal angesammelt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1911<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz brannte eine Strohmiete des Bauernhofbesitzers Gustav Nicks im Hohenlandiner Vorwerk Augustenhof. Das Feuer drohte auf die nur 3 Meter entfernt gelegene Lehmfachwerkscheune \u00fcberzugreifen. Durch die schnelle Hilfe mehrerer Einwohner wurde das Feuer gel\u00f6scht. Die eiligst herbeigebrachte Dorfspritze musste nicht mehr in T\u00e4tigkeit treten. Vermutlich entstand der Brand durch einen Landstreicher der in der Scheune schlief und seinen Zigarettenstummel gl\u00fchend wegwarf.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1912<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November trieben Brandstifter ihr Unwesen in Niederlandin. Im Dorf wurde gerade die Hochzeit vom Sohn des Gemeindevorstehers K\u00fc\u00df gefeiert, woran das halbe Dorf teilnahm. Pl\u00f6tzlich um 1 Uhr schollen die gellenden Rufe: \u201eFeuer\u201c durch die Feier. Es brannte die Fachwerkscheune des Halbbauern R. Brehmer. Das Feuer sprang auch auf einen angrenzenden Stall \u00fcber so dass die Rettung des Viehs nicht mehr gelang. 6 Rinder, Gefl\u00fcgel und die gesamten Korn- und Futtervorr\u00e4te wurden ein Opfer der Flammen. Trotz anstrengender Arbeit der L\u00f6schmannschaften griff das Feuer auch noch auf den massiven Stall des B\u00fcdners Rohde \u00fcber und legte diesen in Asche. Die Scheune konnte gehalten werden, w\u00e4re aber auch um ein Haar abgebrannt, in ihr fand man eine Kerze in einer in Petroleum getr\u00e4nkten Zigarrenkiste. Neben der Ortsspritze waren die aus Hohenlandin und Heinersdorf erschienen. Die Sch\u00e4den wurden nur zum Teil durch Versicherung gedeckt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1914<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 23. Februar brannte die zum Rittergut Hohenlandin geh\u00f6rige gro\u00dfe Feldscheune und rief s\u00e4mtliche Spritzen der Nachbard\u00f6rfer herbei. Den L\u00f6schmannschaften gelang es die stark bedrohte Sch\u00e4ferei, dessen Luken bereits zu brennen begannen, zu retten. Der entstandene Schaden war durch Versicherung gedeckt. Vermutliche Brandursache war Brandstiftung.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1919<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am Vormittag des 6. November brannte in Hohenlandin die Scheune des Bauernhofbesitzers Gennrich nieder. Das Vieh konnte gerettet werden jedoch wurden die Erntevorr\u00e4te ein Opfer der Flammen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1922<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Das alte Spritzenhaus von Niederlandin wurde abgerissen und an gleicher Stelle ein neues in massiver Bauweise errichtet. Am 09. Juli gr\u00fcndeten 12 Freiwillige Feuerwehren des Kreises, in Schwedt a. O. den Kreisfeuerwehrverband Angerm\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1925<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am Dienstag den 15. September stand gegen 10 Uhr pl\u00f6tzlich eine gro\u00dfe Strohmiete des Niederlandiner Gutes in hellen Flammen. Ein paar kleine Kinder von 4-5 Jahren hatten mit Feuer gespielt. L\u00f6schversuche der sofort herbeigeeilten Niederlandiner Pflichtfeuerwehr wurden bald abgebrochen, da diese sowieso aussichtslos gewesen w\u00e4ren. Man lie\u00df die Miete kontrolliert herunterbrennen. Gl\u00fcck war das der Wind g\u00fcnstig stand und keine weiteren Geb\u00e4ude bedroht waren.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1929<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcndungsjahr der freiw. Feuerwehr Niederlandin<\/p>\n\n\n\n<p>Weil in diesem Jahr die Beschaffung eines neuen L\u00f6schger\u00e4tes f\u00fcr die Gemeinde Niederlandin bevorstand, da die alte Spritze nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprach, war dem Gemeindevorsteher Theodor K\u00fc\u00df klar, dass Niederlandin auch eine schlagkr\u00e4ftige, gut ausgebildete freiwillige Feuerwehr ben\u00f6tigt. In einigen Nachbard\u00f6rfern wie z.B. Heinersdorf und Meyenburg waren bereits freiwillige Wehren gegr\u00fcndet worden, und man hatte mit diesen gute Erfahrungen gemacht. Auf Einladung des Gemeindevorstehers K\u00fc\u00df fand am 1. Juli 1929 im Gasthof Brehmer die Gr\u00fcndungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, zu der s\u00e4mtliche feuerl\u00f6schpflichtige M\u00e4nner eingeladen waren. Nach einem interessanten Vortrag des Kreisverbandvorsitzenden Lange aus Schwedt wurde die Wehr gegr\u00fcndet. Es ist nicht sicher wie viele Leute den ersten Stamm der Wehr bildeten. Folgende Gr\u00fcndungsmitglieder sind uns bekannt: Reinhold Joger, August Maasch, Wilhelm K\u00e4mke, Wilhelm Heuer jun., Karl Maasch, Otto Patzwaldt, Fritz Schmock und Erich Grunz. Somit war nun die \u201eFreiwillige Feuerwehr Niederlandin\u201c gegr\u00fcndet. Sie war die 40. Wehr des Kreises Angerm\u00fcnde. Zum ersten Oberf\u00fchrer der Wehr wurde der Schmiedemeister Reinhold Joger gew\u00e4hlt. Dieser hatte schon seit Jahrzehnten das Amt des Spritzenmeisters inne, und seine Aufgaben immer bestens erf\u00fcllt. Mit einem dreifachen \u201eGut Wehr\u201c wurde die Gr\u00fcndungsversammlung beendet.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Schon neun Tage nach der Gr\u00fcndung wurde die junge Wehr in den Brandenburgischen-Provinzial-Feuerwehrverband aufgenommen, und dem Kreisverband Angerm\u00fcnde zugeteilt. In weiteren Versammlungen wurden Satzungen und Dienstordnung beschlossen. Au\u00dferdem mussten Regelungen f\u00fcr den Vorspanndienst der Pferdebesitzer getroffen werden. Bei der Ausbildung erhielt man gro\u00dfe Unterst\u00fctzung von Kameraden der Schwedter Wehr. St\u00e4ndig \u00fcbte man mit Ger\u00e4ten, und anfangs noch mit der \u00fcber 100 Jahre alten Spritze. Auch exaktes Fu\u00dfexerzieren stand auf den Dienstplan der Wehrleute.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr die junge Wehr war die Abnahme und \u00dcbergabe der Kleinmotorspritze am 17. September. Neben Kreisbrandmeister N\u00f6lte aus Angerm\u00fcnde und Kreisversicherungskommissar Falkenberg war auch der Kreisverbandsvorsitzende Lange aus Schwedt dabei anwesend. Die Kleinmotorspritze \u201eTriumph\u201c der Firma Koebe aus Luckenwalde, war zu dieser Zeit das modernste Kleinger\u00e4t und wurde der Gemeinde zum Vorzugspreis von 1500 Mark von der Feuersoziet\u00e4t der Provinz Brandenburg geliefert. Die Spritze lieferte 400 \u2013 500 l Wasser in der Minute. Sie war auf einen offenen, vollgummibereiften Anh\u00e4nger gelagert. Auch drei Saugschl\u00e4uche, 3 Strahlrohre, ein Verteiler, zwei Schlauchhaspeln, sowie Werkzeuge fanden auf dem Anh\u00e4nger Platz. Der Anh\u00e4nger konnte sowohl von Hand gezogen werden, hinter den Pferdemannschaftswagen oder auch an Kraftwagen angehangen werden. Auch der Kreis Angerm\u00fcnde gab eine gro\u00dfe finanzielle Beihilfe zu Beschaffung des Ger\u00e4tes, der elften Motorspritze im ganzen Kreise. Die junge Wehr war mit Recht stolz auf ihr neues Ger\u00e4t und der Feuerschutz war damit auch in den Nachbargemeinden wesentlich verbessert worden. Als erster Maschinist war der Kamerad Otto Patzwaldt ausgebildet worden.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Im Oktober bekam die Niederlandiner Wehr von der Feuersoziet\u00e4t 6 komplette Feuerwehrausr\u00fcstungen bestehend aus Helm, Drillichrock und Blankledergurt mit Schloss, kostenlos zur Verf\u00fcgung. Die weiteren Ausr\u00fcstungen mussten teils auch durch Spenden finanziert werden, da die Vereinskasse als auch die Gemeindekasse ersch\u00f6pft waren. Man muss bedenken dass 1929 auch das Jahr der Weltwirtschaftskrise war. Trotzdem gelang es die Wehr komplett zu uniformieren. Am Sonntag den 10. November konnte sich die junge Niederlandiner Wehr der Abnahme durch den Kreisbrandmeister stellen. Zahlreiche G\u00e4ste und Kameraden von Nachbarwehren waren hierzu erschienen. Die Wehr zeigte sowohl im Fu\u00dfexerzieren als auch im praktischen Brandangriff was sie von den Schwedter Instrukteuren gelernt hatte, sodass die erbrachten Leistungen vom Kreisbrandmeister N\u00f6lte mit \u201egut\u201c bezeichnet wurden. Er \u00fcbergab die Wehr an den Kreisverbandvorsitzenden Lange, welcher die Wehr auf die Dienstordnung verpflichtete und der Gemeinde f\u00fcr das Vertrauen in die Wehr sowie der Beschaffung der Kleinmotorspritze dankte. Gemeindevorsteher K\u00fc\u00df dankte allen Anwesenden f\u00fcr das Interesse dass sie der Wehr und der ganzen Gemeinde entgegengebracht hatten, besonders dem Angerm\u00fcnder Motorl\u00f6schzug der extra zur Abnahme nach Niederlandin gekommen war. Die Nachfeier leitete Lehrer Maack mit seinem geschulten Chor. Ein T\u00e4nzchen hielt die Kameraden noch lange beieinander.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1930<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 9. Januar r\u00fcckte die junge Niederlandiner Wehr zu ihren ersten Einsatz aus. Im Nachbardorf Berkholz brannte die strohgedeckte Scheune des Bauernhofbesitzers Miers. Durch die ungeheure Schnelligkeit des Brandes konnte man von der Scheune nichts mehr retten. Am 1. April ert\u00f6nte kurz nach 5 Uhr abends erneut Feueralarm. Die Freiw. Feuerwehr Niederlandin und die Pflichtfeuerwehr Hohenlandin r\u00fcckten zu einem Feuer ins Nachbardorf Sch\u00f6nermark aus. Dort stand die 40m lange Scheune des Landwirts Martin Schulz in Flammen. Durch die vereinten Bem\u00fchungen der neun anwesenden Wehren konnte verhindert werden, das weitere Geb\u00e4ude den Flammen zum Opfer fielen. Besonders gut bew\u00e4hrte sich bei diesem Einsatz die Motorspritze Niederlandin.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Als am 18. Juni die Nebelh\u00f6rner zum Einsatz riefen sah man schon vom weiten eine gro\u00dfe Rauchwolke \u00fcber die Niederlandiner Heide aufziehen. Zwischen Pinnow und Julienwalde war ein Waldbrand entstanden. Zur L\u00f6schung des Brandes kamen von allen Seiten aus Mannschaften. Durch die N\u00e4he zum Felchowsee konnten die Motorspritzen aus Angerm\u00fcnde und Landin in T\u00e4tigkeit treten und insgesamt 8 Strahlrohre zur Brandbek\u00e4mpfung vornehmen. Nach zwei Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Etwa 25 Morgen Wald wurden vernichtet.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1931<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 4. Januar begann in Schwedt ein Vorbereitungskursus f\u00fcr Oberfeuerwehrm\u00e4nner und Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr. An diesen Lehrgang nahm auch der Oberf\u00fchrer der FF Niederlandin, Reinhold Joger teil. Der letzte Kurs fand am 15. M\u00e4rz statt. Die Oberfeuerwehrmannpr\u00fcfung wurde im April erfolgreich abgelegt. Am 12. Februar wurden die freiw. Feuerwehr Niederlandin sowie die Pflichtfeuerwehren Hohenlandin und Felchow zu einen Brand nach Pinnow gerufen. Dort war infolge eines Kurzschlusses die M\u00e4dchenstube des Herrenhauses in Brand geraten. Der Brand konnte von Bewohnern jedoch noch in der Entstehungsphase gel\u00f6scht werden, so dass die Wehren nicht mehr t\u00e4tig werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht vom 30. zum 31. Mai brach in Hohenlandin ein Schadenfeuer aus das leicht gr\u00f6\u00dfere Ausma\u00dfe h\u00e4tte annehmen k\u00f6nnen. Die Strohmiete des Landwirts Gaege stand pl\u00f6tzlich in hellen Flammen. Durch das Feuer war Gaege\u00b4s rohrgedeckte Scheune welche nur 8m entfernt stand in gro\u00dfer Gefahr. Zum Gl\u00fcck kamen gerade mehrere Mitglieder des Kriegervereins vorbei die auf den Weg zu einer Hochzeit nach Augustenhof waren. So konnte schnell Feueralarm gegeben werden und der Brand z\u00fcgig gel\u00f6scht werden. Im Oktober wurde der Gemeinde Niederlandin durch die Feuersoziet\u00e4t der Provinz Brandenburg eine finanzielle Beihilfe f\u00fcr Feuerl\u00f6schzwecke zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Dezember musste sich der Arbeiter Ernst Bergemann aus Schwedt vor dem Sch\u00f6ffengericht verantworten. Bergemann der seit Januar 1931 von seiner Frau aus Hohenlandin getrennt lebte, wollte sich nach einer durchzechten Nacht am 30. Mai mit seiner Frau vers\u00f6hnen. In Schwedt klaute er sich ein Fahrrad und fuhr damit nach Hohenlandin. Da ihm seine Frau aber keinen Einlass gew\u00e4hrte steckte er die Scheune des Gaege in Brand umso seine Frau aus dem Haus zu locken, was dann auch gelang. Bergemann gestand und wurde zu 1 \u00bd Jahren Zuchthaus verurteilt.Zu Sylvester feierte die FF Niederlandin im Gasthof Brehmer ihr Wintervergn\u00fcgen. Trotz der gro\u00dfen Not und Sorgen dieser Zeit wurden die Kehlen t\u00fcchtig gel\u00f6scht und das Tanzbein bis in die fr\u00fchen Morgenstunden des neuen Jahres geschwungen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1932<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Mannschaftst\u00e4rke der Freiw. Feuerwehr Niederlandin betrug 1932, 17 aktive Kameraden. Im Mai bekommt der Niederlandiner Oberf\u00fchrer Reinhold Joger vom preu\u00dfischen Minister des Innern das staatliche \u201eErinnerungszeichen f\u00fcr Verdienste um das Feuerl\u00f6schwesen\u201c verliehen. Joger war vor Gr\u00fcndung der Freiwilligen Feuerwehr schon 30 Jahre Spritzenmeister von Niederlandin gewesen.<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1933<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Machtergreifung<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar \u00e4nderte sich auch f\u00fcr die Freiw. Feuerwehren einiges, wenn auch nur anfangs in kleinen Schritten. So durften sich die Wehren ihre F\u00fchrer nicht mehr selber w\u00e4hlen, sondern wurden bestimmt. Das bis dahin \u00fcbliche \u201eGut Wehr\u201c am Ende von Versammlungen und \u00dcbungen wurde allm\u00e4hlich von dem \u201e Sieg Heil auf die F\u00fchrer unseres Vaterlandes\u201c verdr\u00e4ngt. Am 14. April wurde die Niederlandiner Wehr zum Brand eines Kaffhaufens im Ort gerufen. Nur zehn Tage sp\u00e4ter am 24. April wurde die Motorspritze Niederlandin zu einem Gro\u00dffeuer nach Briest angefordert. Dort brannten zwei Scheunen und zwei St\u00e4lle nieder. Bei der Brandbek\u00e4mpfung traten erhebliche Probleme auf da der Dorft\u00fcmpel zu wenig Wasser hatte. Zur Hilfeleistung waren erschienen die Freiwilligen Feuerwehren Briest, Angerm\u00fcnde, Stendell, Gramzow, Niederlandin, Greiffenberg, Frauenhagen, Melzow, Zichow, Fredersdorf, G\u00fcnterberg und die Spritzen aus Golm, Pinnow, Wendemark, Biesenbrow, Gr\u00fcnow, Pol\u00dfen und Meichow.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Am 9. Juli wurde die Niederlandiner Wehr zu einem Brand nach Felchow alarmiert. Dort brannte eine Gutsscheune. Von der Scheune war nicht viel zu retten und durch die g\u00fcnstigen Windverh\u00e4ltnisse waren keine anderen Geb\u00e4ude bedroht. Neben der Pflichtfeuerwehr Felchow waren ingesamt 9 Freiwillige Feuerwehren und 2 Pflichtfeuerwehren zur Brandbek\u00e4mpfung erschienen. Am 15. November wurde in Preu\u00dfen das \u201e Gesetz \u00fcber das Feuerl\u00f6schwesen\u201c verabschiedet, welches ab 1. Januar 1934 in Kraft trat. Dieses Gesetz forderte das in jedem Ortspolizeibezirk eine Feuerwehr bestehen m\u00fcsse. Au\u00dferdem wurde auch eine Altersgrenze f\u00fcr aktive Kameraden eingef\u00fchrt. Demnach geh\u00f6rte man ab dem vollendeten 60. Lebensjahr zur Altersabteilung und durfte nicht mehr aktives Mitglied sein.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Dieses Gesetz hatte f\u00fcr den Niederlandiner Oberf\u00fchrer Reinhold Joger zur Folge, dass er sein Amt nicht mehr l\u00e4nger aus\u00fcben konnte, da er diese Altersgrenze schon l\u00e4ngst \u00fcberschritten hatte. Diese Prozedur war f\u00fcr diese Kameraden, die mit Leib und Seele Feuerwehrmann waren auch ziemlich dem\u00fctigend. Als sein Nachfolger wurde der Kamerad August Maasch bestimmt. Stellvertreter wurde Wilhelm K\u00e4mke.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1934<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcndungsjahr der Freiw. Feuerwehr Hohenlandin und der Amtsfeuerwehr Landin<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das neue Feuerl\u00f6schgesetz kamen noch mehr Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Wehren hinzu. So sollte es in jeden Amtsbezirk nur noch eine freiwillige Feuerwehr geben. Diese hatte Einheitssatzungen anzunehmen in denen unter anderem auch der sogenannte Arierparagraph welcher besagte dass Juden keine Mitglieder sein durften. Der oberste F\u00fchrer der Amtsbezirksfeuerwehr war der Bezirkswehrf\u00fchrer. Anstelle der bisherigen Vorst\u00e4nde wurden F\u00fchrerr\u00e4te gebildet. Im Amtsbezirk Landin waren Anfang 1934 in den Orten Niederlandin, M\u00fcrow und Felchow freiwillige Feuerwehren vorhanden. In Pinnow und Hohenlandin waren noch keine freiwilligen Feuerwehren gebildet. Die bereits bestehenden Wehren mussten ihre bisherige Satzung au\u00dfer Kraft setzen und es wurde die Freiwillige Feuerwehr des Amtsbezirks Landin gegr\u00fcndet. Diese setzte sich anfangs aus den Halbl\u00f6schz\u00fcgen M\u00fcrow, Niederlandin und Felchow zusammen. Zum kommissarischen Bezirkswehrf\u00fchrer wurde der F\u00fchrer der j\u00fcngsten Wehr, Kam. Neumann aus Felchow ernannt. Der Grund daf\u00fcr war, dass sowohl der Oberf\u00fchrer Emil Wehn aus M\u00fcrow als auch Oberf\u00fchrer Reinhold Joger aus Niederlandin die Altersgrenze \u00fcberschritten hatten. Neu war auch dass sich die Freiwilligen Feuerwehren jetzt ins Vereinsregister des Amtsgerichtes eintragen lassen sollten. Die bisherigen Oberf\u00fchrer der Ortsfeuerwehren wurden kommissarisch zum L\u00f6schzugf\u00fchrer bzw. Halbl\u00f6schzugf\u00fchrer ernannt. Die kommissarische Ernennung beruhte darauf dass die fachliche Eignung aber vor allem die politische Zuverl\u00e4ssigkeit erst gepr\u00fcft werden musste.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Am 13. M\u00e4rz wurde dann auch in Pinnow eine freiwillige Feuerwehr gegr\u00fcndet. Zum komm. Halbl\u00f6schzugf\u00fchrer wurde Kam. Kr\u00fcger ernannt. Die FF Pinnow war somit der vierte Halbl\u00f6schzug der Freiwilligen Feuerwehr des Amtsbezirks Landin. Am 6. Juni fand im Hohenlandiner Gasthof die Gr\u00fcndungsversammlung der freiwilligen Feuerwehr statt. Die Versammlung war gut besucht, jedoch fehlten viele der Grundbesitzer. Als G\u00e4ste waren Kreiswehrf\u00fchrer N\u00f6lte und Kreisversicherungskommissar Gra\u00dfmann erschienen. Die anf\u00e4ngliche Skepsis der Hohenlandiner B\u00fcrger, dass diese durch ihre aktive Mitgliedschaft besondere Kosten entstehen w\u00fcrden, konnte von Kreiswehrf\u00fchrer N\u00f6lte widerlegt werden, da die Gemeinde die Pflichtbeitr\u00e4ge aufbringen m\u00fcsse. Nach interessanten Vortr\u00e4gen \u00fcber das freiwillige Feuerl\u00f6schwesen und die Feuerversicherung schritt man zur Gr\u00fcndung. 20 Hohenlandiner wurden aktive Mitglieder, hinzu kamen noch einige passive Mitglieder. Zum kommissarischen Halbl\u00f6schzugf\u00fchrer wurde der bisherige Spritzenmeister Albrecht ernannt. Die 75. Wehr des Kreises Angerm\u00fcnde war somit gegr\u00fcndet. Eine gute Saug- und Druckspritze war in Hohenlandin bereits vorhanden, sodass man sich um die Beschaffung eines neuen Ger\u00e4tes keine Sorgen machen musste. Die FF Hohenlandin war somit der f\u00fcnfte Halbl\u00f6schzug in der Bezirkswehr Landin, somit hatte jedes Dorf des Amtsbezirkes einen eigenen Halbl\u00f6schzug.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Amtsbezirksfeuerwehr nun komplett formiert war und insgesamt 99 aktive Mitglieder z\u00e4hlte, fanden nun regelm\u00e4\u00dfige Versammlungen, \u00dcbungen und Aufm\u00e4rsche abwechselnd in den verschiedenen Orten unseres Amtsbezirks statt. Aber auch gefeiert wurde oftmals bis in die Morgenstunden. Stiftungsfeste, Sommer- oder Wintervergn\u00fcgen gaben hierzu den Anlass. Im Jahre 1934 wurde mit Hilfe der Feuersoziet\u00e4t der Provinz Brandenburg in Niederlandin ein verschlammter Dorfteich zum musterg\u00fcltigen Feuerl\u00f6schteich ausgebaut. Trotz der sengenden Hitze des Sommers f\u00fchrte der L\u00f6schteich noch gen\u00fcgend Wasser. Am 18. Juli brannte in Niederlandin ein Kornfeld. An der Brandbek\u00e4mpfung beteiligten sich neben den Feuerwehren auch Gutsgespanne. Durch Furchenziehen konnte das Feuer einged\u00e4mmt werden. Am 2. September waren beide Landiner Wehren zu Gast bei der Abnahme der Freiwilligen Feuerwehr Pinnow. Am 21. Oktober konnte sich die junge Hohenlandiner Wehr der Abnahme durch den Kreiswehrf\u00fchrer N\u00f6lte stellen. Als G\u00e4ste erschienen neben einigen Nachbarwehren auch der Kriegerverein Hohenlandin. Um 12:30 Uhr war die Wehr komplett angetreten. Fu\u00df- und Ger\u00e4tedienst wurden gut durchgef\u00fchrt und der Brandangriff wurde praktisch und theoretisch durchgenommen. Nach einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal hielt Kreiswehrf\u00fchrer N\u00f6lte eine Ansprache. Anschlie\u00dfend wurden die Kameraden verpflichtet. Nun ging es zum Schloss wo ein Vorbeimarsch stattfand, dem sich der gem\u00fctliche Teil anschloss. Nach einer Verlosung wurde dann das Tanzbein geschwungen bis die Stunde des Abschiednehmens geschlagen hatte. Die Freiw. Feuerwehr spendete auch einen guten Betrag f\u00fcr die Winterhilfe. Am 4. November war die FF Hohenlandin bei der Abnahme der FF Gr\u00fcnow zu Gast.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1935<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 10. Februar ert\u00f6nte in Hohenlandin gegen 0:30 Uhr Feueralarm. Das halbe Dorf befand sich im Gasthof, da der Kriegerverein sein 40. Stiftungsfest feierte. Es brannte die gro\u00dfe massive Scheune des Bauern Gennrich. Erfasst wurden auch zwei Schuppen. Die angrenzenden St\u00e4lle konnten mit M\u00fche gehalten werden. L\u00f6schwasser war durch den 100m hinter der Scheune vorbeif\u00fchrenden Graben reichlich vorhanden. Es war vor allem der Motorspritze Niederlandin zu verdanken dass das Feuer auf seinen Herd beschr\u00e4nkt blieb und nicht noch weitere Geb\u00e4ude erfasste. Mitverbrannt waren der Dreschplatz mit Motor, mehrere landwirtschaftliche Maschinen, Arbeits- und Wirtschaftsger\u00e4t, 65 Fuhren Halmfr\u00fcchte, 30 Fuhren Heu und Stroh und 300 Zentner Kartoffeln. Insgesamt waren 12 Wehren vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Februar wurde Bauer Gennrich verhaftet und ins Amtsgericht Schwedt eingeliefert. Die Ermittlungen der vereinigten Gendarmerie hatten ergeben das Gennrich selbst den Arbeiter Andree anstiftete die Scheune in Brand zu legen. Er versprach Andree hierf\u00fcr 30 Mark und eine sp\u00e4tere Einstellung als Stallschweizer. Gennrich wollte die Versicherungspr\u00e4mpie kassieren und sp\u00e4ter eine neue gr\u00f6\u00dfere aufbauen. Als im April die Gerichtsprozess begann erh\u00e4ngte sich Gennrich in seiner Zelle. Andree gestand alles und wurde zu einer milden Gef\u00e4ngnisstrafe von einem Jahr verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1936<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Ab 1936 wurde die bisherige Arbeitsteilung in Steiger, Spritzen-, Schlauch-, und Ordnungsabteilung aufgehoben und es begann die Ausbildung zum Einheitsfeuerwehrmann und die Dreiteilung des L\u00f6schangriffs in (Angriffs-, Wasser-, Schlauchtrupp), \u00e4hnlich wie es heute noch praktiziert wird. Am Abend des 16. August gegen 22:30 Uhr stand in Hohenlandin die gro\u00dfe gef\u00fcllte Scheune des Bauern D\u00e4hne. Die angrenzenden St\u00e4lle und das Wohnhaus konnten gerettet werden. Es verbrannten 23 Fuhren Roggen, 20 Fuhren Weizen, 13 Fuhren Gerste, 13 Fuhren Hafer, 6 Fuhren Heu sowie diverse landwirtschaftliche Ger\u00e4te und Anh\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1937<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Im Dezember wurde in Niederlandin auf Verordnung des Landrats neben der freiwilligen Feuerwehr auch eine Pflichtfeuerwehr gebildet. Grund daf\u00fcr war die zu geringe Mannschaftsst\u00e4rke der freiw. Feuerwehr. Ein Halbl\u00f6schzug der Kategorie A sollte aus mindestens 27 Mann bestehen. Da der Halbl\u00f6schzug Niederlandin diese St\u00e4rke nicht auweisen konnte wurden die Jahrg\u00e4nge von 18-50 Jahren verpflichtet. Der erste Dienst der Pflichtfeuerwehr fand 5. Dezember statt. F\u00fchrer der Pflichtfeuerwehr war Halbl\u00f6schzugf\u00fchrer August Maasch.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1938<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am 23. November wurde das \u201e Gesetz \u00fcber das Feuerl\u00f6schwesen\u201c (Reichsfeuerl\u00f6schgesetz) verabschiedet. Darin wurde bestimmt dass die von den freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verb\u00e4nde aufgel\u00f6st werden m\u00fcssen. Den Zeitpunkt der Aufl\u00f6sung sollte der Reichsminister des Innern bestimmen. Anstelle der Vereine sollte eine nach L\u00f6scheinheiten gegliederte Hilfspolizeitruppe folgen, deren Organisation der Reichsminister des Innern bestimmen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1939<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Feste vor Kriegsbeginn<\/p>\n\n\n\n<p>Am 18. Juni feierte der M\u00e4nnergesangsverein \u201eLiederkranz\u201c Niederlandin sein 25 j\u00e4hriges Bestehen woran die Freiwillige Feuerwehr Niederlandin vollz\u00e4hlig teilnahm. Am 25. Juni feierte die Kriegerkameradschaft Hohenlandin ihr Sommervergn\u00fcgen woran die Freiw. Feuerwehr Hohenlandin teilnahm. Am 9. Juli feierte die Freiw. Feuerwehr Niederlandin ihr 10 j\u00e4hriges Bestehen. Hierzu waren vom Bezirksf\u00fchrer August Maasch alle Halbl\u00f6schz\u00fcge der Amtsbezirkswehr Landin geladen worden. Um 9 Uhr vormittags trafen die Halbl\u00f6schzuge ein. Ab 10 Uhr begann dann Fu\u00dfdienst in Gruppen und Z\u00fcgen. Nach der Kritik des Kreiswehrf\u00fchrers Wendt, der au\u00dfer einigen Kleinigkeiten nichts zu bem\u00e4ngeln hatte, wurde das Mittagessen eingenommen. Um 14 Uhr begann der Ausmarsch zum Festplatz am Wald wo ein Vierkampf stattfand zu dem jeder Halbzug eine Mannschaft stellen musste. Der Vierkampf setzte sich zusammen aus 5x100m Staffel, Keulenzielwurf, Keulenweitwurf und Kleinkaliberschie\u00dfen mit Gasmaske. Sieger wurde der Halbzug Niederlandin mit 1295 Punkten, gefolgt von Pinnow mit 1208 Punkten und Hohenlandin mit 1198. Die Mannschaft Niederlandin gewann den vom Kreiswehrf\u00fchrer gestifteten Wanderpokal. Kamerad Maack (Dorflehrer) begr\u00fc\u00dfte die erschienen G\u00e4ste. Kreiswehrf\u00fchrer Wendt ergriff danach das Wort und dankte Gemeinde und Amtsvorsteher f\u00fcr die gute Zusammenarbeit mit der Wehr und \u00fcberbrachte die Gr\u00fc\u00dfe des Landrats. Kreisversicherungskommissar Schiewek \u00fcberbrachte die Gl\u00fcckw\u00fcnsche des Generaldirektors der Feuersoziet\u00e4t, und schenkte der Wehr 20m Druckschlauch. Jetzt ehrte der Kreiswehrf\u00fchrer 7 Kameraden f\u00fcr 10 j\u00e4hrige Mitgliedschaft sowie den Brandmeister und ersten Oberf\u00fchrer Reinhold Joger (Altersabteilung) f\u00fcr 40 j\u00e4hrige Mitgliedschaft. Nach einem Preisschie\u00dfen wo viele nette Preise warteten, schloss ein Tanz bis in die fr\u00fchen Morgenstunden die Jubelfeier der Wehr ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. September begann der 2. Weltkrieg und die ersten Wehrleute mussten ihren blauen Dienstrock der Feuerwehr mit den grauen der Wehrmacht tauschen. Am Sonnabend den 14. Oktober gegen 17:00 Uhr brach in Hohenlandin ein Gro\u00dffeuer aus dem eine gro\u00dfe Scheune des Gutes zum Opfer fiel. Die Scheune war voll mit Erntevorr\u00e4ten sodass an einer Rettung derselben nicht mehr zu denken war. Der sofort herbeigeeilte Halbl\u00f6schzug Hohenlandin sowie ein in Hohonlandin stationiertes Erntekommando der Wehrmacht \u00fcbernahmen zun\u00e4chst den Schutz der gef\u00e4hrdeten Geb\u00e4ude, sowohl Wohn- als auch Wirtschaftsgeb\u00e4ude. Wie sehr diese bedroht waren erkannte man daran dass die Geb\u00e4ude bereits ger\u00e4umt waren. Die nacheinander eintreffenden Halbl\u00f6schz\u00fcge Niederlandin, Sch\u00f6nermark, Pinnow, Heinersdorf, M\u00fcrow, Frauenhagen und Felchow konnten verhindern dass das Feuer auf weitere Geb\u00e4ude \u00fcbergriff. Insgesamt waren drei Motorspritzen und 5 Handdruckspritzen im Einsatz. Der entstandene Schaden wurde auf 100000 RM gesch\u00e4tzt. Mit der 3. Durchf\u00fchrungsverordnung zum Reichsfeuerl\u00f6schgesetz vom 24. Oktober wurde festgelegt dass die gebildeten Vereine und Verb\u00e4nde jetzt aufzul\u00f6sen sind. Auch wurde festgelegt dass die freiwillige Wehr eine gemeindliche Einrichtung im Auftrage des Ortspolizeiverwalters ist. Auch neue Dienstgrade wurden eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1940<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Mannschaftsst\u00e4rke der Freiwilligen Feuerwehr betrug in Hohenlandin 22 aktive und in Niederlandin 23 aktive Mitglieder. Mitte des Jahres wurde die bisherige Bezirkswehr Landin wieder aufgehoben, und der Verein aufgel\u00f6st. Von nun an war jede Feuerwehr wieder eigenst\u00e4ndig und der Wehrf\u00fchrer f\u00fchr die Wehr verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1943<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Da die meisten aktiven Kameraden in den Krieg ziehen mussten, wurden jetzt auch die ersten Frauen in Landin f\u00fcr den Feuerl\u00f6schdienst notdienstverpflichtet und zur Brandbek\u00e4mpfung ausgebildet.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1944<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag des 6. Mai zog ein Gewitter \u00fcber Landin auf. Ein gewaltiger Blitz schlug in die Hohenlandiner Kirche ein. Durch die Druckwelle und das Feuer wurde der Kirchturm, sowie das Kirchdach v\u00f6llig vernichtet. Doch auch im Dorf waren die Sch\u00e4den gewaltig. Durch die Druckwelle gingen im Schloss 58 Fensterscheiben, im Wirtschaftshaus 33, in der Schule 10, und auch in den Wohnungen der Arbeiter etliche Scheiben zu Bruch. Auch fast alle Radioger\u00e4te im Dorf waren defekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am darauf folgenden Sonntag warfen Flieger Brand- und Sprengbomben \u00fcber die Niederlandiner Heide ab. Das Ziel dieser Angiffe war wahrscheinlich die Munitionsanstalt (MUNA) in Pinnow gewesen, jedoch wurde dieses verfehlt. Im Niederlandiner Wald z\u00fcndeten einige der Brandbomben, jedoch konnte sich durch den Regen am Vortag der Brand nicht ausbreiten so dass ein gr\u00f6\u00dferer Waldbrand durch die Wehren verhindert werden konnte. Auch 9 Sprengbomben waren zum Abwurf gekommen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>1945<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>In den letzten Kriegstagen verlie\u00dfen am Abend des 25. April die Einwohner von Hohen- und Niederlandin ihr Dorf und begaben sich auf die Flucht vor den herannahenden sowjetischen Truppen. Somit war das auch das vorl\u00e4ufige Ende f\u00fcr die Freiwilligen Feuerwehren Nieder- und Hohenlandin<\/p>\n\n\n\n<p>Fortsetzung folgt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1821 In diesem Jahr wurde in Niederlandin ein Spritzenhaus errichtet. Dieses stand am Teich neben der Schmiede, im heutigem \u201eHeinersdorfer Weg\u201c. &nbsp; 1822 Eine vierr\u00e4drige Feuerspritze f\u00fcr das Dorf Niederlandin wurde angeschafft. 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